Manchmal führen Lebenswege nicht geradeaus, sondern über Umwege genau dorthin, wo jemand wirklich gebraucht wird. Und manchmal beginnt ein ganz neues Kapitel zu einem Zeitpunkt, an dem andere vielleicht längst denken würden, alles sei schon entschieden.
Bei cleo begegnen wir immer wieder Menschen, die ihren eigenen Weg gehen – mutig, neugierig und mit einer guten Portion Überzeugung. Einer dieser Menschen ist Sigrid Junker, Niederlassungsleiterin unseres Standorts in Offenburg.
Ihre Geschichte zeigt, dass berufliche Entwicklung nicht von Alter oder klassischen Karriereschritten abhängt, sondern von Haltung, Mut und der Bereitschaft, immer wieder Neues zu lernen.
Vom Familienunternehmen zur Personaldienstleistung – drei prägende Stationen
Der berufliche Weg von Sigrid Junker ist alles andere als geradlinig – und genau das macht ihn so spannend.
Die erste wichtige Etappe begann in einem Elektroinstallationsunternehmen, das Teil des Familienumfelds war. Rund 40 bis 50 Mitarbeitende arbeiteten dort, und das Unternehmen war unter anderem für große Handelsketten tätig – sogar Projekte in der Schweiz gehörten dazu. In dieser Zeit lernte sie aus nächster Nähe, wie ein mittelständisches Unternehmen funktioniert: Organisation, Verantwortung und vor allem der tägliche Umgang mit Menschen.
Doch ihre beruflichen Wurzeln liegen eigentlich in einer ganz anderen Branche. Ursprünglich hat Sigrid eine Ausbildung zur Drogistin gemacht, später war sie lange in der Kosmetikbranche und im Vertrieb tätig. Verkauf, Kundenkontakt und Marktgespür – Fähigkeiten, die ihr bis heute helfen.
Die wohl mutigste Etappe kam später: Mit 45 Jahren wagte sie den Quereinstieg in die Personaldienstleistung – ein kompletter Neustart nach ihrer Zeit in der Selbstständigkeit, nun im Angestelltenverhältnis.
Ein Schritt, der Mut verlangt – aber auch zeigt, dass Veränderung manchmal genau das Richtige ist.
Was Personaldienstleistung wirklich braucht: Hartnäckigkeit, Marktkenntnis und Nähe
Wer mit Sigrid Junker über Personaldienstleistung spricht, merkt schnell: Für sie geht es dabei um deutlich mehr als Zahlen, Prozesse oder Kennzahlen.
Natürlich gehören auch KPIs und wirtschaftliche Ziele zum Alltag in der Branche. Aber aus ihrer Sicht sind andere Faktoren entscheidend.
Hartnäckigkeit steht ganz oben auf ihrer Liste. Nicht im Sinne von Druck, sondern im Sinne von Konsequenz. Dranbleiben, auch wenn eine Absage kommt. Gespräche weiterführen. Chancen erkennen.
Genauso wichtig ist für sie die Präsenz im Markt. Das bedeutet: rausgehen, Gespräche führen, Kunden besuchen, bei Veranstaltungen dabei sein.
Jobmessen, Stadtfeste, Unternehmensevents – überall dort, wo Menschen zusammenkommen, entstehen Kontakte und Möglichkeiten.
Und dann ist da noch ein dritter Punkt: fundierte Marktkenntnis.
Wer in der Personaldienstleistung erfolgreich sein will, muss wissen:
- welche Unternehmen einstellen
- wer Entscheidungen trifft
- welche Anforderungen Arbeitsplätze wirklich haben
- und wo Chancen entstehen, könnten
Für Sigrid bedeutet das auch, Kunden aktiv Ideen und Impulse zu geben. Nicht nur reagieren, sondern gemeinsam Lösungen entwickeln.
Neustart mit 45 – warum Mut manchmal der wichtigste Karriereschritt ist
Eine der prägendsten Entscheidungen in ihrem Leben war der Moment, als sie mit 45 Jahren den Schritt in die Personaldienstleistung wagte.
Nach 19 Jahren Selbstständigkeit stellte sich plötzlich eine ganz neue Frage:
Kann jemand, der so lange eigenständig gearbeitet hat, wieder Teil eines Unternehmens werden? Der Bewerbungsprozess selbst war intensiv – vier Gesprächsrunden und sogar ein Telefoninterview gehörten dazu. Für viele wäre das vielleicht abschreckend gewesen.
Für sie war es eher ein Zeichen:
Hier interessiert man sich wirklich für den Menschen. Am Ende wurde sie nicht als Assistenz, sondern direkt als Teamleitung eingestellt.
Wenn sie heute Menschen begegnet, die über einen beruflichen Neustart nachdenken, gibt sie einen klaren Rat: Keine Angst haben. An sich selbst glauben. Und dranbleiben.
Wieso bist Du Niederlassungsleiterin?
Die Antwort ist überraschend einfach: „Führung bedeutet Verantwortung und Vertrauen – beides kann ich übernehmen und geben.“
Über viele Jahre hinweg hat sie nicht nur Teams geführt, sondern auch Mitarbeitende begleitet, unterstützt und aufgebaut. Kollegen wurden von ihr gecoacht, neue Mitarbeitende eingearbeitet, Teams stabilisiert. Was sie daran besonders motiviert, ist der Moment, wenn jemand im Team über sich hinauswächst.
„Führung bedeutet nicht Kontrolle, sondern Unterstützung und Entwicklung. Oder anders gesagt: Eine gute Führungskraft sorgt dafür, dass andere erfolgreich sein können.“
Der Wechsel zu cleo – wenn Werte plötzlich wieder passen
Manchmal spürt man einfach, dass ein Kapitel zu Ende geht. Nach vielen Jahren bei einem anderen Unternehmen entstand bei Sigrid Junker zunehmend ein Gefühl der Unzufriedenheit – nicht für sich selbst, sondern für ihr Team. Die Wertschätzung für die Mitarbeitenden fehlte.
Mehrmals wurde sie angesprochen, ob ein Wechsel denkbar wäre. Der entscheidende Moment kam schließlich im Gespräch mit Sven Thurau.
Dabei wurde schnell klar:
Viele Dinge, die sie im bisherigen Umfeld vermisst hatte – Menschlichkeit, Vertrauen und Wertschätzung – spielen bei cleo eine zentrale Rolle.
Und manchmal merkt man in einem Gespräch einfach: Hier stimmt die Chemie.
So entstand der Schritt zu cleo.
Führung mit Haltung – immer vor dem Team
Was unterscheidet Dich als Führungskraft von anderen?
„Ich stehe vor meinem Team. Das bedeutet: Verantwortung übernehmen, Rückhalt geben und Entscheidungen tragen.“
Gleichzeitig hat sie einen sehr klaren Blick auf die Menschen im Team. Sie beobachtet genau, welche Stärken jemand hat und wo Unterstützung notwendig ist. Denn nicht jede Aufgabe passt zu jeder Person. Manchmal zeigt sich in Gesprächen, dass jemand in einem anderen Bereich viel besser aufgehoben wäre. Für sie gehört es zur Führung dazu, solche Gespräche offen zu führen.
Die zentrale Frage lautet dabei immer: „Wo fühlst Du Dich wirklich wohl – und wo kannst Du Deine Stärken am besten einsetzen?“
Offenburg: Ein Markt mit eigenen Herausforderungen
Jeder Standort in der Personaldienstleistung hat seine eigenen Bedingungen. In Offenburg leben rund und gleichzeitig 75.000 Menschen gibt es etwa 25 Wettbewerber im Markt. Das bedeutet: Wettbewerb ist hier spürbar.
Das macht die Arbeit manchmal anspruchsvoller, aber auch spannender. Denn jede Region hat ihre eigene Dynamik – und genau darin liegt auch die Chance.
Typisch Sigrid: Telefonieren im Gehen und Metaphern im Kopf
Es gibt Dinge, bei denen Kollegen sofort sagen würden:
„Typisch Sigrid.“ Zum Beispiel telefoniert sie selten im Sitzen. Während eines Gesprächs läuft sie häufig im Büro auf und ab.
Und wenn sie etwas erklärt, nutzt sie gerne Metaphern. Eine ihrer bekanntesten beschreibt sie so:
„Jemand kann noch so gerne Arztserien im Fernsehen schauen – deshalb kann er trotzdem nicht direkt selbst am offenen Herzen operieren.“
Übertragen auf Bewerbungen bedeutet das:
Nur weil jemand Interesse an einem Beruf hat, heißt das noch nicht, dass die Voraussetzungen schon vorhanden sind. Manchmal braucht es erst den richtigen Weg dorthin.
Eine andere Metapher dreht sich ums Essen:
Manche Menschen brauchen im Job ein „Rumpsteak“ um zufrieden zu sein, andere sind mit einem „Schnitzel“ glücklich. Beides ist völlig in Ordnung – wichtig ist nur, dass es zum eigenen Anspruch passt.
Zwei Dinge, die man über sie wissen sollte
Wenn man Sigrid besser kennenlernt, tauchen irgendwann auch zwei eher unerwartete Fakten auf.
Erstens:
Sie liebt Schaumwaffeln. Besonders in der Oktoberfestzeit, wenn im Supermarkt diese großen Eimer davon stehen.
Und zweitens:
Sie kann ziemlich viel reden. Oder, wie sie selbst sagt: „Ich kann Menschen auch mal ordentlich zutexten.“
Zum Glück gehört genau diese Kommunikationsfreude in der Personaldienstleistung zu den hilfreichsten Eigenschaften überhaupt.
Menschen machen den Unterschied
Bei cleo sind es genau solche Persönlichkeiten, die unsere Arbeit prägen.
Menschen, die nicht nur Lebensläufe sehen, sondern Potenziale.
Menschen, die Teams entwickeln.
Und Menschen, die den Mut haben, immer wieder neue Wege zu gehen.
Sigrid Junker ist eine davon.
Und genau deshalb freuen wir uns, dass sie unseren Standort Offenburg mit Erfahrung, Energie und einer großen Portion Herzblut leitet.